Die Brendtenfeier 2019: Von Wehrmachtsveteranen und Geschichtsklitterung

Brendtenfeier 2019 // Foto: Privat
Am 6. Juni 2019 fand zum 62. Mal die sogenannte Brendtenfeier der Gebirgstruppe in Mittenwald statt. Einmal mehr trafen sich an diesem Tag ehemalige und aktive Gebirgsjäger der Bundeswehr, sowie ihre Familien, ihre Freund*innen und Angehörige. Im Vorfeld zeichnete sich eine Situation ab, welche bisher einmalig schien. So sollte es einer 12-köpfigen Delegation von antifaschistischen Aktivist*innen aus Griechenland, Albanien und Deutschland gestattet werden, an der Brendtenfeier teilzunehmen und einen Kranz für die Opfer der Gebirgsjäger der Wehrmacht abzulegen.  Doch schnell zeigte sich, dass das Gedenken vor dem Schandmal auf dem Hohen Brendten noch stets von einem unerträglichen und geschichtsrevisionistischen Geist umgeben ist, der es unmöglich machte, die geplante Kranzniederlegung zu vollziehen - der es aber auch weiterhin unmöglich machen wird, eine Veränderung zu erhoffen und kritischen Protest auch in Zukunft verlangt.

Ein Blogeintrag und Erlebnisbericht rund um die Brendtenfeier 2019 in Mittenwald.



Mittwoch, 5. Juni 2019

Am Abend vor der Brendtenfeier:Kundgebung und Filmvorführung

Bereits am Abend vor der Brendtenfeier fand in Mittenwald, einem der Geburtsorte der Gebirgstruppe der Wehrmacht, der Protest gegen die alljährliche Brendtenfeier statt. Denn an diesem Abend versammeln sich die Gebirgsjäger obligatorisch in einem der Mittenwalder Gasthäuser und stimmen sich bei Bier und Braten auf den nachfolgenden Tag ein. Mit dieser Idylle sollten sie jedoch nicht alleine gelassen werden, denn nur wenige Meter vom Gasthaus Gries entfernt wurde eine Kundgebung abgehalten, welche auf die Brendtenfeier, sowie auf die Geschichte der Gebirgstruppe aufmerksam machte und die Entschädigung der Opfer der Gebirgstruppe forderte. An Passant*innen und Tourist*innen wurde Informationsmaterial verteilt und griechische Arbeiter*innen- und Partisan*innenlieder abgespielt. Mitglieder des Kameradenkreises der Gebirgstruppe, ein seit 1952 bestehender und von Kriegsverbrechern errichteter Traditionsverband der Gebirgsjäger, reagierten, indem sie Teilnehmer*innen der Kundgebung beleidigten und die Forderungen nach Entschädigungen lächerlich machten.

Plakat: The Balcony

Gegen 19:00 Uhr wurde die Kundgebung schließlich aufgelöst und ins nahe gelegene Mittenwalder Rathaus gegangen, denn dort wurde nur wenig später der Dokumentarfilm "The Balcony - Memories of Occupation" (1) des griechischen Regisseurs Chrysanthos Konstantinidis gezeigt. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das griechische Dorf Lingiades, das wegen seiner geographischen Lage - Lingiades liegt am Hang des Mitsikeli-Bergmassivs, mit weiten Blick über das darunter liegende Tal und den Pamvotida-See - auch als Balkon bezeichnet wird. Nachdem Partisan*innen den Oberst der Gebirgstruppe, Josef Salminger (Salminger wird bis heute in Mittenwald in der Kriegergedächtniskapelle geehrt), am 1. Oktober 1943 töteten, sollte es Sühnemaßnahmen geben, um diese Tötung zu rächen. Noch am selben Tag erließ Hubert Lanz, General der Gebirgstruppe, den berüchtigten Korpstagesbefehl mit folgendem Inhalt: 

"Ich erwarte, dass die 1. Gebirgs-Divison diesen ruchlosen Banditenmord an einem unserer besten Kommandeure in einer schonungslosen Vergeltungsaktion in 20 Kilometer Umkreis der Mordstelle rächen wird." (2)

Lingiades wurde Hauptschauplatz dieser Vergeltungsaktion. Zuerst wurde es vom Tal aus unter Beschuss genommen, anschließend fuhren Gebirgsjäger des Feldersatz-Bataillons 79 in das Dorf. Dort zerstörten sie alle Häuser, bis auf die Kirche und das Schulgebäude (3) und ermordeten rund 82 Menschen (4). Dieses Massaker richtete sich aber nicht nur gegen Lingiades selbst, sondern sollte auch den umliegenden Dörfern, die das Massaker wegen der Lage Lingiades' am Hang beobachten konnten, eine Mahnung sein.
Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieses Dorfes rund um dieses Kriegsverbrechen. Besonders eindringlich geschieht dies durch original Tonbandaufnahmen von Überlebenden, die der Historiker Christoph Schminck-Gustavus vor vielen Jahren aufgenommen hat. Neben manchen Zeitzeug*innen, die teils bis heute leben, kommen in der Dokumentation außerdem die Nachkommen der Opfer zu Worte. Diese Dokumentation ist mit eines der wichtigsten und spannendsten aktuellen Zeugnisse im Kampf gegen das Vergessen der Massaker und für die Erinnerung an die Opfer!



Donnerstag, 6. Juni 2019

Mahnwache am Obermarkt: Über Kriegsverbrechen und ihre Reparationszahlungen

Bevor am 6. Juni gegen 14:00 Uhr offiziell die Brendtenfeier beginnen sollte, kam es am Obermarkt in Mittenwald zu einer Mahnwache, bei der Gespräche mit Pandora Ndoni und Aristomenis Syngelakis geführt wurden. Pandora Ndoni war sieben Jahre alt, als am 6. Juli 1943 Gebirgsjäger der 1. Gebirgsdivison der Wehrmacht in ihr Heimatdorf Borove (Albanien) kamen, selbiges komplett zerstörten und niederbrannten, während ihr Vater und mehr als 100 weitere Dorfbewohner*innen ermordet wurden. Sehr eindrucksvoll und bewegend hat sie während dieser Mahnwache von ihren Erlebnissen erzählt, aber auch davon, dass Borove, sowie weitere Dörfer in Albanien, die im Zuge des Marsches der Gebirgsjäger nach Ioannina überfallen und vernichtet wurden, bis heute keine Reparationen von deutscher Seite erhalten hat.

Mahnwache am Mittenwalder Obermarkt // Foto: Privat






Über Reparationszahlungen sprach schließlich auch Aristomenis Syngelakis detailliert. Er ist Mitglied des Nationalrats für die Entschädigungsforderungen Griechenlands gegenüber Deutschland. Denn ähnlich wie in Albanien sieht die Bundesrepublik Deutschland auch in Bezug auf Griechenland keine Veranlassung, sich mit der Rolle der Wehrmacht in Griechenland zu beschäftigen und endlich Reparationszahlungen zu leisten. Dabei sind alleine in Griechenland während der deutschen Besatzung mehrere hundert Dörfer zerstört und 30.000 Zivilist*innen im Rahmen von sogenannten Sühnemaßnahmen ermordet worden (5). Der "Höhepunkt" der deutschen Wiedergutmachung kann bisher lediglich in der Bitte um Vergebung und der Entschuldigung für die Verbrechen der Wehrmacht gesehen werden, die der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck im griechischen Dorf Lingiades am 3. Oktober 2014 ausgesprochen hat (6). Doch diese Vergebung zählt nichts, das betonte auch Aristomenis Syngelakis. Wie sollte sie auch? Die Kriegsverbrecher der Gebirgstruppe kamen nach kurzer Kriegsgefangenschaft oftmals wieder in Amt und Würde, etwa in der Verwaltung, in der Justiz oder in der Politik. Sie waren sogar am Aufbau der Gebirgstruppe der Bundeswehr beteiligt, wie etwa Michael Pössinger und Reinhold Klebe. Beide im Rang eines Majors, waren sie an Kriegsverbrechen in Griechenland beteiligt. Ab 1955 sollte ihnen die Führung der Bataillone 104 und 114 der Bundeswehr zu teil werden (7). Später wurden Kasernen der Bundeswehr nach Kriegsverbrechern benannt, dazu zählte die Dietl-Kaserne in Füssen (ab 1995 Allgäu-Kaserne), die General-Kübler-Kaserne in Mittenwald (seit 1995 Karwendel-Kaserne) und die Rudolf-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall. Während die ersten beiden im Jahre 1995 umbenannt wurden, trug die Kaserne in Bad Reichenhall den Namen Rudolf Konrads sogar bis zum Jahr 2012 (seither Hochstaufen-Kaserne). Zudem finden in Bayern, abgesehen von der Brendtenfeier, an unzähligen weiteren Plätzen noch Ehrungen für die Gebirgstruppe statt, es werden Kränze niedergelegt und trotz des neuen Traditionserlasses, nimmt auch die Bundeswehr regelmäßig daran teil, obwohl es Bezüge zur Wehrmacht gibt. Die Opfer der Gebirgstruppe finden dabei keinerlei Erwähnung. Wie also sollte eine Entschuldigung von Joachim Gauck angenommen werden und ausreichen?!


Die 62. Brendtenfeier in Mittenwald

Dass Gaucks Entschuldigung aus dem Jahre 2014 mehr als ungenügend, gar eine Dreistigkeit angesichts der Gräuel des Zweiten Weltkriegs, sowie des Umgangs mit ehemaligen Kriegsverbrechern in der BRD ist, wurde während der diesjährigen Brendtenfeier einmal mehr deutlich.
Auf dem Weg zum sogenannten Ehrenmal der Gebirgstruppe am Hohen Brendten wurde man bereits auf das Bevorstehende eingestimmt. Bis zu einem Parkplatz, der nur wenig unterhalb des "Ehrenmals" liegt, kam man an mehreren Bundeswehr-Gebirgsjägern vorbei, die die Zufahrt regelten und kontrollierten. Sie trugen die obligatorische Skimütze, seitlich links angebracht das Edelweiß-Abzeichen. In diversen Ländern Europas und in der Sowjet Union stand und steht selbiges für eine regelrechte Blutspur. Die Bundeswehr schien jedoch keinerlei Anlass zu sehen, dieses Symbol zukünftig zu ändern. Mit Franz Josef Strauß, der 1957 sogar zum "Ehrengebirgsjäger" ernannt wurde, setzte sich sogar ein hoher und bekannter Politiker dafür ein. Zudem lag ein Informationsstand des Kameradenkreis der Gebirgstruppe auf dem Weg, der nicht nur für eine Mitgliedschaft im Kameradenkreis warb, sondern auch Abzeichen und Anstecknadeln, Biergläser, sowie die aktuelle Ausgabe von Die Gebirgstuppe verkaufte, die Vereinszeitschrift des Kameradenkreises, die, wie der Kameradenkreis selbst, von Rudolf Konrad ins Leben gerufen wurde.

Vor dem "Ehrenmal" selbst versammelten sich schließlich rund 400 Personen, bestehend aus ehemaligen und aktiven Bundeswehrsoldat*innen, ihren Familien, Angehörigen und Freund*innen. Anwesend waren zudem eine Reihe von Gebirgsjäger Kameradschaften, darunter die Sektion des Kameradenkreis der Gebirgstruppe München, die Vereinigung ehemaliger Gebirgsjäger Burgau, die Ortskameradschaft Garmisch-Partenkirchen, sowie Gebirgsjäger aus Österreich, Italien und Frankreich. Wie sich später herausstellen sollte war auch mindestens ein Wehrmachtsveteran unter den Anwesenden. Dies ist keineswegs ungewöhnlich, so gibt der Kameradenkreis selbst an, dass es noch rund 146 lebende Wehrmachtsveteranen gibt, welche im Kameradenkreis organisiert sind (8). Wie viele von ihnen exakt an der Brendenfeier 2019 beteiligt waren, muss erst noch ausgewertet werden. Informationen werden folgen.
Eingeleitet wurde die Brendtenfeier mit dem Bayerischen Defiliermarsch (siehe Video // Video: Privat), welcher durch das Gebirgsjäger-Musik-Korps vorgetragen wurde. Anschließend gab es eine Reihe von Reden, gehalten mitunter von Hans Sahm, General a. D. und Präsident des Kameradenkreises der Gebirgstruppe, und Peter Tauber, Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verteidigung. Seine Rede war es schließlich, welche die Ungenügsamkeit von Gaucks Entschuldigung fortführte und erneut aufzeigte, dass die Brendtenfeier ihren geschichtsrevisionistischen Charakter bis heute beibehalten hat. Denn Tauber sprach nicht nur davon, dass in Europa seit 70 Jahren Frieden herrsche, sondern bentonte auch, dass der Bundeswehr die Demokratie nicht verordnet werden musste, sondern, dass sie sie seit ihrem Aufbau eingeübt und dann auch als Spiegelbild der Gesellschaft vorgelebt hat (9). Diese Aussage Taubers ist nicht nur beschämend, sondern historisch falsch. Denn aufgebaut wurde die Bundeswehr, und damit auch die Gebirgstruppe, wie bereits oben erwähnt, von ehemaligen Generälen und Kommandeuren der Wehrmacht, welchen der Bezug zu demokratischen Vorstellungen in aller Deutlichkeit abgesprochen werden muss. Doch Tauber unterstreicht seine Ansichten und behauptet weiter, "schon die Gründerväter der Bundeswehr haben deutlich gemacht, dass die Bundeswehr nicht in der Tradition der Wehrmacht stehen kann, dass sie mit dem Staatsbürger in Uniform, mit der Inneren Führung, mit der festen Verankerung in einer freiheitlichen Demokratie geradezu das Gegenteil der Wehrmacht ist (10)." So war es aber doch der ehemalige General der Gebirgstruppe der Wehrmacht, Rudolf Konrad, der schon zwei Jahre vor der westdeutschen Wiederbewaffnung, am "Tag der Treue" in München, davon sprach, dass "in der neuen Schale die gleichen Männer, die alten Soldaten stecken, die einst Kraft und Ruhm des deutschen Heeres und Stolz des deutschen Volkes waren" (11).

So wurde die Kranzniederlegung für die Opfer der Gebirgstruppe, welche erstmals am Hohen Brendten durch den AK-Angreifbare Traditionspflege hätte stattfinden sollen (12), abgebrochen. Gefordert wurde vom Kameradenkreis und von Peter Tauber im Vorfeld:

- keine Kränze von Wehrmachtsveteranen, Waffen-SSlern, Ritterkreuzträgern und antisemitischen Burschenschaftlern.
- keine Orden und Symbole der Wehrmacht
- Ausschluss von Uniter, Identitären, Reichsbürgern und NS-Gruppierungen
- eine ehrliche Selbstkritik und die öffentliche Scham NS-Kriegsverbrecher in den eigenen Reihen geduldet und protegiert zu haben.
Die wichtigste Anforderung wäre es aber, die an Massenmord und Judenausrottung beteiligten Gebirgsjägereinheiten explizit aus dem Totengedenken auszuschließen. Dies sind insbesondere die 1. Gebirgsdivision (GD), die 5. GD, die 157. GD, die 8. GD, die Waffen-SS Gebirgsdivision Nord, das SS Gebirgsjäger- Polizeiregiment 18.

Peter Tauber (r.) mit dem Wehrmachtsveteran Willi Kurz (m.)

Einige dieser Punkte fanden während der Brendtenfeier, insbesondere in der Rede von Peter Tauber jedoch keine Beachtung. Eine Kranzniederlegung war daher unmöglich. Anstatt die Opfer der Gebirgstruppe zu erwähnen, hielt es Peter Tauber sogar für wichtiger, nach der Brendtenfeier mit einem Wehrmachtsveteranen für ein Foto bereit zu stehen. Der 95-jährige Willi kurz war als Wehrmachtler am Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion beteiligt. In einem Artikel, welchen die Gelnhäuser Neue Zeitung (GNZ) im Jahre 2015 über Kurz veröffentlichte, wird Kurz zitiert. Er sagte: "Wir haben bis zum letzten Tag nicht gedacht, dass wir den Krieg verlieren würden" (13). Bis zuletzt schien Willi Kurz mit seinen Kameraden der Wehrmacht demnach vom Sieg des Dritten Reiches überzeugt gewesen zu sein. Was sagt eine solche Person über den Geist der Brendten-Feier aus? Was sagt es aus, wenn ein Staatssekretär lieber mit einem Wehrmachtsveteranen Fotos macht, als die Opfer der Gebirgstruppe zu erwähnen?


In Gedenken an die Opfer der Gebirgstruppe der Wehrmacht

Anschließende Gedenkfeier mit Kranz und Scherpe // Foto: Privat























Da die ursprünglich geplante Kranzniederlegung für die Opfer der Gebirgsjäger vor dem sogenannten Ehrenmal nicht stattfinden konnte, versammelten sich gegen nachmittag albanische, griechische und deutsche Antifaschist*innen vor dem Denkmal für die Opfer der Gebirgstruppe. Dieses Denkmal wurde ursprünglich am Pfingstsamstag 2009 durch den AK-Angreifbare Traditionspflege auf dem Bahnhofsvorplatz in Mittenwald aufgestellt. Daran teilgenommen haben nicht nur Antifaschist*innen aus unterschiedlichen Ländern, sondern auch der Auschwitz-Überlebende Maurice Cling, der französische Widerstandskämpfer Max Tzwangue, sowie Marcella und Enzo de Negri, die Kinder des auf der griechischen Insel Kephallonia von Gebirgsjägern ermordeten Hauptmanns Cap. Francesco de Negri. Das Denkmal, welches mitunter aus Steinen des von Gebirgsjägern zerstörten italienischen Ortes Falzano di Cortona besteht, wurde jedoch nur wenig später von der Marktgemeinde Mittenwald entfernt, vor der örtlichen Grund- und Mittelschule aber wieder aufgestellt. Dort fand schließlich auch die Gedenkfeier statt. Es wurde, neben kurzen Ansprachen der internationalen Gäste, eine Schweigeminute abgehalten und ein Kranz niedergelegt, an welchem eine rund vier Meter lange Scherpe angebracht wurde, die mit den Namen der von den Gebirgsjägern der Wehrmacht zerstörten Dörfern und Ortschaften in Albanien, Griechenland, Frankreich, Italien, Norwegen..... versehen war. Es sind jedoch nicht alle Dörfer. Die Scherpe wäre dann noch länger!

Zu sagen bleibt, dass es ein wichtiger Versuch gewesen ist, die Brendtenfeier 2019 mit einer Delegation zu besuchen, die Einhaltung des Traditionserlasses der Bundeswehr in Bezug auf die Wehrmacht zu überprüfen, mit dem eigentlichen Vorhaben einen Kranz für die Opfer der Gebirgstruppe vor dem "Ehrenmal" am Hohen Brendten niederzulegen. Auch konnte letzteres nicht umgesetzt werden: Angesichts der Tatsache, dass die Opfer nicht erwähnt wurden, die Unwahrheit über historische Fakten, insbesondere in Bezug auf die Geschichte der Gebirgstruppe, dargelegt wurde und man gemeinsam mit Veteranan der Wehrmacht gedacht hat, hat sich insbesondere die Aufgabe der Kontrolle der Einhaltung des Traditionserlasses als sehr wichtig erwiesen!
So ist erneut deutlich geworden, welchen Charakter die Brendtenfeier trägt und das Proteste gegen die selbe, sowie gegen alle weiteren Gebirgsjäger Denkmäler und Gedenken, weitergehen müssen!



Weitere Fotos von der Brendtenfeier und den Aktionen



Der Kameradenkreis lädt zur Mitgliedschaft // Foto: Privat


Peter Tauber auf der Brendtenfeier 2019 // Foto: Privat
Ein Zivilpolizist (l.) versucht Chrysanthos Konstantinidis (r.), den Regisseur der Dokumentation "The Balcony", daran zu hindern, Fotos zu machen. // Foto: Privat


Als versucht wird, die Scherpe des Kranzes für die Opfer der Gebirgstruppe auszurollen, stellt sich ein Gebirgsjäger (m.) demonstrativ darüber. Er scheint von Massakern nichts wissen zu wollen. // Foto: Privat

Die Polizei ist ebenso am Hohen Brendten. // Foto: Privat

Bevor der Kranz am Denkmal für die Opfer der Gebirgstruppe vor der Grund- und Mittelschule abgelegt wurde, versammelten sich Aktivist*innen nach der Brendtenfeier noch zu einer kurzen Kundgebung nur wenig unterhalb des Brendtens. // Foto: Privat






Quellen

(1) Mehr Informationen zu der Dokumentation The Balcony-Memories of Occupation unter:  http://www.tobalkoni.gr/.
(2) Korps-Tagesbefehl, in: http://www.hfmeyer.com/francais/publications/kommeno/tagesbefehl.html (zuletzt aufgerufen am 9.6.2019).
(3) Vgl.: Papageorgiou, K. A.: Lyngiades, zitiert nach: Meyer, H. F.: Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgsdivision im Zweiten Weltkrieg, Berlin 2008, S. 485.
(4) Vgl.: Griechenland unter deutscher Besatzung (1941-1944). Massaker - Ausplünderung - Holocaust, in:  https://www.nadir.org/nadir/initiativ/ak-distomo/?fbclid=IwAR1-paA-nTvyeWaWZNpEhMNK0vDAfpxQfB-fZeoaqPBVdx9TPOXta2orHwM (zuletzt abgerufen am 12.06.2019).
(5) Vgl.: Lingiades, in: https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/lingiades.html (zuletzt abgerufen am 11.06.2019).
(6) Vgl.: Eine Geste, 70 Jahre nach dem Verbrechen, in:https://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-in-griechenland-eine-geste-70-jahre-nach-dem-verbrechen-1.1907344 (zuletzt aufgerufen am 9.6.2019).
(7) Vgl.: Meyer, H. F.: Blutiges Edelweiß, S. 670.
(8) Vgl.: Kameradenkreis: Hinter den Kulissen kracht's, in:  https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/mittenwald-ort29073/mittenwald-nach-pfingsttreffen-auf-hohen-brendten-kracht-s-beim-kameradenkreis-12361723.html?fbclid=IwAR3lKBOlAVb9HnTDWdFrrOi2gstxgQZOMbjMRk01rftdNUEcTKNe4IDCGTc (zuletzt aufgerufen am 12.06.2019).
(9) Vgl.: Schwarzer Peter. Der Blog des Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber, in:  http://blog.petertauber.de/?p=3636 (zuletzt aufgerufen am 10.6.2019).
(10) ebd.
(11) Vgl.: Zeitlose Soldatische Tugenden, in: https://www.zeit.de/2005/46/A-Bundeswehr/seite-3 (zuletzt abgerufen am 10.6.2019).
(12) Vgl.: Kritiker nehmen erstmals an Gedenkfeier der Gebirgsjäger teil, in: https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-mittenwald-gebirgsjaeger-gedenken-1.4474025 (zuletzt aufgerufen am 11.06.2019).
(13) Der lange Marsch in die Heimat. Der Gelnhäuser Willi Kurz erinnert sich an das Kriegsende vor 70 Jahren, in: https://www.gnz.de/region/main-kinzig-kreis/der-lange-marsch-in-die-heimat-1368573-EY111767?fbclid=IwAR17v9XiazYsMHxGUEnozsIdEOaH1D4AWliaoPFK1yJtDnjgQItBQ9ekVhE (zuletzt abgerufen am 10.6.2019).

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