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Auf blutigen Spuren der Gebirgsjäger in Borove und Barmash

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Während es über die Besatzung und die Gräueltaten der Wehrmacht, speziell ihrer Gebirgsjäger, in Griechenland bereits eine ganze Reihe verschiedener Untersuchungen gibt, sogar vor kurzem die Dokumentation "The Balcony - Memories of Occupation" (1) erschien und immer wieder die Frage nach Reparartionszahlungen an Griechenland aufgeworfen wird, übrigens schon seit 1945, wenn auch bisher vom deutschen Staat vehement abgewiesen, ist über das Nachbar*innenland Albanien nur wenig bekannt. Das wenige das bekannt ist, speißt sich zumeist aus dem wichtigen Buch "Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg" von Hermann Frank Meyer. Das Wenige aber, das er beschreibt, gibt jedoch eine Vorstellung davon, wie Gebirgsjägereinheiten zwischen Korca und Leskovik gewütet haben müssen.
Im Folgenden soll ein kleiner Überblick zu den Massakern in Borove und Barmash gegeben werden. Dabei wird sich zum einen auf die Schilderungen aus dem Buch Blutiges Edelweiß berufe…

Die Brendtenfeier 2019: Von Wehrmachtsveteranen und Geschichtsklitterung

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Am 6. Juni 2019 fand zum 62. Mal die sogenannte Brendtenfeier der Gebirgstruppe in Mittenwald statt. Einmal mehr trafen sich an diesem Tag ehemalige und aktive Gebirgsjäger der Bundeswehr, sowie ihre Familien, ihre Freund*innen und Angehörige. Im Vorfeld zeichnete sich eine Situation ab, welche bisher einmalig schien. So sollte es einer 12-köpfigen Delegation von antifaschistischen Aktivist*innen aus Griechenland, Albanien und Deutschland gestattet werden, an der Brendtenfeier teilzunehmen und einen Kranz für die Opfer der Gebirgsjäger der Wehrmacht abzulegen.  Doch schnell zeigte sich, dass das Gedenken vor dem Schandmal auf dem Hohen Brendten noch stets von einem unerträglichen und geschichtsrevisionistischen Geist umgeben ist, der es unmöglich machte, die geplante Kranzniederlegung zu vollziehen - der es aber auch weiterhin unmöglich machen wird, eine Veränderung zu erhoffen und kritischen Protest auch in Zukunft verlangt.
Ein Blogeintrag und Erlebnisbericht rund um die Brendtenf…

Schliersee: Erneut rechtes Gedenken an Balten-Freikorps

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Am 22. Mai 2019 wurde zum wiederholten Male eine Gedenkveranstaltung auf dem Schlierseer Friedhof St. Martin abgehalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Gedenken an die Baltische Landeswehr, an Hans Baron Manteuffel Zöge und die Befreiung Rigas vom Bolschewismus am 22. Mai 1919.
Bereits vergangenes Jahr wurde diese Gedenkveranstaltung beobachtet und auf diesem Blog dokumentiert. Dabei hat sich schnell heraus gestellt, dass das Denkmal auf dem Schlierseer Friedhof mitunter als Schauplatz für Personen der extremen Rechten dient. Ein detaillierter Artikel über das Gedenken am 22. Mai 2018 ist hier zu finden.

Der 22. Mai 2019 - 100 Jahre Befreiung Rigas
Um dem drohenden Bolschewismus entgegenzutreten, der seit der siegreichen Oktoberrevolution 1917 im ehemals zaristischen Russlandzu expandieren strebte - auch in die baltischen Staaten - wurde die Baltische Landeswehr im Oktober 1918 gegründet. Für das Deutsche Kaiserreich kam dies sehr gelegen, denn eigentlich war es durch den …

Mobivortrag: Auf nach Mittenwald! 62 Jahre Brendtenfeier - 62 Jahre verbrecherische Tradition!

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Wo: Barrio Olga Benario, Schlierseestraße 21, 81541 MünchenWann: 19:00 Referent: Max van Beveren Zum nunmehr 62. Mal wird am 6. Juni 2019 die sogenannte Brendtenfeier in Mittenwald stattfinden. Einmal mehr lädt der Kameradenkreis der Gebirgstruppe an diesem Tag zu einem Gedenken, welches neben gefallenen Soldaten der Gebirgstruppe der Bundeswehr auch diejenigen Gebirgsjäger in Ehren hält, die am 1. und 2. Weltkrieg beteiligt waren. Vor allem letztere, nämlich die Gebirgsjäger der Wehrmacht, spielten und spielen bei diesem Gedenken bis heute eine entscheidende Rolle und sind mit der Hauptgrund für die seit vielen Jahren ausgetragenen antifaschistischen Proteste.
Denn im Gegensatz zu den Versuchen, die Gebirgstruppe und ihre Geschichte reinzuwaschen, wie es etwa am Hohen Brendten und an vielen weiteren Orten in Oberbayern geschieht, steht nämlich, dass sie während des 2. Weltkriegs für unzählige Verbrechen und eine regelrechte Blutspur verantwortlich war. Bis 1945 wüteten Gebirgsjäger in…

Aufruf zur Liberation-Tour 2019 - Von Mittenwald nach Distomo

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Entschädigung der NS-Opfer - Bestrafung der NS-Täter! 3. Juni 2019- 10. Juni 2019 - Salzburg - München - Friedhof Gräfelfing - Schloss Seeseiten - Mittenwald - Hoher Brendten - Distomo  
2019 jähren sich die NS-Kriegsverbrechen der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division in den griechischen Orten Distomo, Pyrgoi und Klissoura zum 75. Mal.
Am bekanntesten in Deutschland ist das Massaker in Distomo. Am 10. Juni 1944 ermordeten Polizeisoldaten der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division 218 Bewohner des Dorfes Distomo in Mittelgriechenland. Zu den Opfern zählten vor allem alte Menschen, Frauen, 34 Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren und vier Säuglinge im Alter von zwei bis sechs Monaten.   
Seit fast zwanzig Jahren versuchen Überlebende aus den verschiedenen Opfergemeinden in Griechenland gemeinsam mit dem „Nationalrat für die Entschädigungsforderungen Griechenlands gegenüber Deutschland“ und dem AK Distomo Entschädigungszahlungen für alle NS-Opfer und die Rückzahlung der vom Deutsch…
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„Rechter Schauplatz Oberbayern. Damals wie heute“ (Vortrag)
Datum: 19.Mai 2019, 19:00 Uhr
Ort: Z-Linkes Zentrum, Rosenheim
Referent: Max van Beveren


Jedes Jahr finden im oberbayerischen Raum rechte und geschichtsrevisionistische Gedenkveranstaltungen statt, wie in Schliersee für das Freikorps Oberland oder für die Verbrecher der Gebirgstruppe der Wehrmacht in Mittenwald und Bad Reichenhall. Gemeinsam singt man etwa „Ich hatt‘ einen Kameraden“ oder die erste Strophe des Deutschlandliedes, tritt mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Banderolen auf und gedenkt der „Helden“. Mancherorts erschienen ehemalige Kämpfer noch mit den Hakenkreuz-Orden von damals. Distanzierungen von Kriegsverbrechen oder Verwicklungen in den Nationalsozialismus gibt es keine. Recherchen aber haben gezeigt, dass es zahlreiche weitere Gedenkstätten, Tafeln und Denkmäler gibt, die ganz offen Freikorpsverbände, NS-Funktionäre und militärische Einheiten des Dritten Reiches ehren, die mitunter an Kriegsverbrechen beteiligt…

Über die Ehrungen der Gebirgsjäger in Mittenwald

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In unmittelbarer Nähe zu Österreich, umgeben von einem malerischen Bergpanorama, liegt der Ort Mittenwald an einer der südlichsten Stellen Deutschlands und damit auch Oberbayerns. Bekannt ist Mittenwald vor allem für seinen Geigenbau, der dort bereits im 17. Jahrhundert durch Mathias Klotz seinen Anfang fand (1). Doch Mittenwald blickt darüber hinaus auf eine weitere Tradition, nämlich die Aufrechterhaltung der Ehrung der Gebirgsjäger. Bis heute wird dort mit Denkmälern, Straßennamen, Portraitfotos, Symbolen und positiver Wortwahl den Gebirgsjägern gedacht - nicht nur denjenigen, des Alpenkorps (Erster Weltkrieg) und der Bundeswehr, sondern auch den Verbrechern der Gebirgstruppe der Wehrmacht.
Ein Blog- und Fotoeintrag über einen Ort, der bis heute verdrängt.

Die Kriegergedächtniskapelle Erreicht man Mittenwald über die östliche Seite (B2), so wird man über die Alpenkorpsstraße, entlang der Gebirgsjägerstraße allmählich in den Ortskern geführt. Entlang an kleinen Geschäften, Wirtshäus…